Im vergangenen Jahr waren wir mit unserem neuen Wohnmobil zum ersten Advent in Warnemünde auf dem Wohnmobilstellplatz an der Mittelmole. Ein großer Parkplatz ohne klassischen Wohnmobil-Service, aber das Übernachten ist in einem ausgewiesenen Bereich geduldet. Fußläufig gibt es eine öffentliche Toilette, und in einer Ecke eine Entleerung für Chemietoiletten sowie große Müllcontainer.

Das Wochenende hat uns damals so gut gefallen, dass wir beschlossen haben: Das machen wir jetzt jedes Jahr. Dieses Mal konnten wir auch Freunde begeistern. Die haben zwar kein Wohnmobil, sich aber ein Hotelzimmer für das Wochenende gebucht.


Anreise und Stellplatz

Freitagnachmittag ging es los. Die wenigen Sachen für das Wochenende hatten wir schon im Vorfeld eingeräumt. Wir mussten nur noch Wasser tanken und die Toilette wieder in Betrieb nehmen, da ich das Wohnmobil bereits winterfest gemacht hatte.

Dann rauf auf die Stadtautobahn und Richtung Stendal zur A14, die ja immer noch nur in Teilen befahrbar ist. Es wäre schon schön, irgendwann einmal komplett auf der Autobahn bis Warnemünde durchfahren zu können.

Die Fahrt dauerte etwa 3,5 Stunden, ohne große Zwischenfälle. Da wir ohne Kind unterwegs waren, fuhren wir die Strecke am Stück durch.

Am Stellplatz war schon richtig was los – wir waren nicht die Einzigen mit dem Plan, das Adventswochenende in Warnemünde zu verbringen. In der ersten Reihe ergatterten wir noch einen Platz mit freiem Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe. Wäre aber auch egal gewesen – so alt sind wir dann doch noch nicht, dass wir zwingend Schiffe vor der Frontscheibe brauchen.

Stellfläche für die Wohnmobile

Wir stellten das Wohnmobil ab und brachten unsere Abdeckung für die Frontscheibe an. Gerade im Winter ist das besser als nur die Innenverdunkelung – man merkt das deutlich bei der Isolierung und bei der Bildung von Kondenswasser.


Erster Abend: Ankommen im Advent

Nachdem alles vorbereitet war, ging es auf die erste Erkundungstour in die Stadt. Das Wetter hatte sich auf der Hinfahrt nicht von seiner besten Seite gezeigt, klarte dann aber wieder auf. Die Sonne ging gegen 16:00 Uhr unter, sodass wir den Strand am Leuchtturm von Warnemünde in der Dämmerung erreichten. Die Ostsee ist einfach immer schön – egal zu welcher Jahreszeit.

Ostsee Warnemünde

Auf dem Weg zum Strand gönnten wir uns an einem bekannten Imbissstand eine original Thüringer Bratwurst im Laugenbrötchen mit grobem Senf und Sauerkraut – sehr zu empfehlen. Überall hingen bereits Aushänge, die auf verschiedene musikalische Darbietungen am Abend hinwiesen.

Nach einem kurzen Strandbesuch suchten wir uns einen Platz für ein Heißgetränk und wurden in der „Hafenliebe“ fündig. Unter Heizstrahlern konnten wir schön sitzen und die Bewegungen der Boote im Hafen beobachten.

Das erste Heißgetränk

Hier warteten wir auf unsere Freunde aus dem Hotel. Zur Überraschung kamen noch andere Bekannte dazu, die in Warnemünde einen Zweitwohnsitz haben. Als dann alle da waren, gingen wir gemeinsam Richtung Innenstadt. Dort trennten sich unsere Wege auch schon wieder: Ein Teil wollte noch etwas essen, den anderen Teil brachten wir zurück zum geparkten Auto, sodass wir wieder alleine waren.

Hafen Warnemünde von der Bahnhofsbrücke aus

Mit den Hotelschläfern trafen wir uns später in der „Hoppen un Molt“ Brauerei wieder. Dort bauten gerade die „Warnemünder Jungs“ ihre Instrumente auf. Die Band hatten wir im letzten Jahr schon gesehen – es versprach also ein lustiger Abend zu werden.

Die Warnmünder Jungs

Für das leibliche Wohl gab es Bratwurst und Schmalzstullen, diverse Glühweinsorten, Biere aus der Brauerei und ein leckeres heißes Glühbier mit Kirsche. Die Musik drehte sich hauptsächlich um Warnemünde, Seefahrt und einsame Frauen.

Nach zwei Stunden wurde es langsam frisch, und wir beschlossen, den Abend zu beenden. Unsere Freunde gingen zurück ins Hotel, wir schlenderten noch ein wenig durch die Stadt und machten uns dann auf den Rückweg zum Wohnmobil. Ein schöner erster Abend.

🚐: Wohnmobilstellplatz Mittelmole, Am Bahnhof, 18119 Rostock, kein Strom, keine Ver- und Entsorgung
💶: Tageskarte 18,- € (pro Auto/Wohnmobil) und nicht die Kurtaxe vergessen!!!


Samstag: Bummeln, Möwen und Mützensuche

Am nächsten Morgen wurde erst einmal ausgeschlafen – Termine hatten wir schließlich keine. Zum Frühstück gab es Aufbackbrötchen aus dem Omnia und heißen Kaffee. Die Abdeckung der Frontscheibe konnte ich separat öffnen, sodass wir direkt beim Frühstück einen schönen Blick auf den Unterwarnow-Strom hatten. Mehrere Ausflugsschiffe und große Fähren fuhren direkt an unserem Fenster vorbei.

Schiffe am Fenster

Nach dem Frühstück wollte meine Frau shoppen. Gesucht wurde eine Mütze – und natürlich alles, was man sonst nicht sucht oder gerade nicht finden will. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Die Mütze wurde vormittags noch nicht gefunden, das sollte erst am Nachmittag klappen.

Zum Mittag gab es Fischsuppe und Fischbrötchen. Die Fischsuppe war dieses Mal leider nicht so gut wie im letzten Jahr. Umso besser war aber das Schauspiel der „Aasgeier der Küste“ – der Möwen. Die saßen überall auf Sonnenschirmen und Laternen und warteten auf unachtsame Touristen mit Eis oder Fischbrötchen in der Hand. Sobald sich eine Gelegenheit ergab, stürzten sie sich ohne Hemmungen auf die vermeintliche Beute. Zurück blieben erschrockene Urlauber mit leeren Händen.

Raubtiere

Wir kannten das Spiel bereits und stellten uns vorsorglich unter einen Schirm, als wir unsere Fischbrötchen aßen.

Am Nachmittag stießen unsere Freunde aus dem Hotel wieder zu uns und wir gingen gemeinsam erneut auf Mützensuche – diesmal mit Erfolg. Die gesuchte Mütze wurde gefunden und gekauft.

Für den frühen Abend hatten wir einen Tisch in einem Restaurant reserviert. Eigentlich wollten wir alle zusammen essen, aber unsere Hotelschläfer hatten spontan umgeplant und wollten zu einer Buchlesung. Jeder eben so, wie er möchte.

Wir gingen trotzdem zum Restaurant, zumal auch die Wahl-Warnemünder zugesagt hatten. Also schlenderten wir noch bis zum Strand, verabschiedeten uns von unseren Freunden und gönnten uns eine Tasse Kaffee. Danach brachten wir die Einkäufe zum Wohnmobil, legten kurz die Füße hoch – und mir fielen auch etwas die Augen zu. Frische Luft wirkt.


Kurtaxe, Hausmannskost und Weihnachtsmarkt

Geweckt wurden wir durch ein Klopfen an der Schiebetür: „Hallo, Stadtverwaltung, wir würden gern die Kurtaxe kontrollieren.“ Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Zum Glück ist Saskia da immer sehr korrekt, und wir kaufen die Kurtaxe, wo es erforderlich ist. In Warnemünde stehen am Parkplatz Automaten, an denen man für 2,25 € pro Person und Tag das Ticket bekommt. Also konnten wir problemlos die Kurtaxe vorzeigen und uns als ehrliche Urlauber präsentieren.

Gegen 17:30 Uhr waren wir zum Essen am Marktplatz von Warnemünde verabredet. Die Buchlesungs-Fraktion wollte später dazukommen.

Wir kehrten im „K25“ ein, einem Restaurant mit guter Hausmannskost. Es gab Kohlroulade und Königsberger Klopse, dazu Soljanka als Vorspeise. Alles sehr lecker und reichlich. Es wurde viel gelacht und die eine oder andere Geschichte erzählt.

Kohlrolade

Gegen 19:00 Uhr kamen dann unsere „Ausreißer“ dazu – just in dem Moment, als wir das Restaurant verlassen wollten. Gemeinsam beschlossen wir, noch den kleinen Weihnachtsmarkt von Warnemünde zu besuchen. Dort sollten die besten Schmalzkuchen („Mutzen“) der Region verkauft werden – wie wahrscheinlich in jeder Stadt.

Die Schlange war lang, also überbrückten wir die Wartezeit mit einem Heißgetränk und einem netten Gespräch mit Einheimischen. Über die Einstufung „beste Schmalzkuchen“ müssen wir mit Warnemünde aber noch einmal reden.

Nach dem Weihnachtsmarkt schlenderten wir durch die kleinen Gassen mit leuchtenden Weihnachtssternen und alten Kapitänshäusern.

Kapitänshauser

An der Bahnhofsbrücke trennten sich unsere Wege: Die Wahl-Warnemünder fuhren nach Hause, der Rest der Truppe nahm noch einen Absacker an der nächsten Glühweintheke. Danach machten auch wir uns auf den Weg zum Wohnmobil. Ende des zweiten schönen Abends.


Sonntag: Regen, Frühstück, Heimweg

Der nächste Morgen begann etwas früher – und mit schlechtem, regnerischem Wetter. Egal, im Wohnmobil war es warm und trocken. Also ein, zwei Toast gemacht, Kaffee aufgebrüht und gemütlich gefrühstückt.

Danach machten wir alles wieder abfahrbereit und es ging leider zurück Richtung Heimat. So ein Wochenende geht schnell vorbei, und der nächste richtige Ausflug mit dem Wohnmobil war erst für das kommende Jahr geplant.

Aber wie heißt es so schön: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub.


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