Durch die Titanic-Ausstellung haben wir uns zu einem Kurztrip nach Leipzig animieren lassen. Die Tickets hatten wir vorab online reserviert. Außerdem hatten wir uns vorgenommen, am Vormittag noch das Völkerschlachtdenkmal zu besuchen. Laut meinen Eltern waren wir zwar schon einmal dort, aber daran konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern. Unsere Kleine wollte nicht mit, also hatten wir als Eltern ein freies Wochenende.
Ganz früh am Samstag ging es los. Noch schnell tanken – wofür man inzwischen ja fast schon einen Kredit aufnehmen muss – und an unserer Homebase Wasser auffüllen.
Die Anfahrt über die A14 verlief unspektakulär und ohne großen Stau. Dass in Leipzig gerade die Buchmesse lief, hatten wir komplett außer Acht gelassen.

Unser erstes Ziel war das Völkerschlachtdenkmal, das man schon von Weitem sehen konnte. Die Parkplatzsuche am frühen Vormittag war kein Problem. Wir fanden einen Park-and-Ride-Platz in einer Nebenstraße, fußläufig zum Denkmal.

Da die Kasse noch nicht geöffnet hatte, machten wir erst einmal eine Erkundungsrunde um das Denkmal. Schon von außen wirkte es gewaltig – teilweise vergleichbar mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Kyffhäuser.
Um 10:00 Uhr öffnete die Kasse, und wir kauften unsere Tickets für 12 Euro pro Erwachsenen. Mit dem Ticket konnte man sowohl das Denkmal als auch die Ausstellung im angrenzenden Museum besuchen.
Das Denkmal ist in mehrere Ebenen unterteilt. Die ersten drei Ebenen konnten wir bequem mit dem Fahrstuhl erreichen,

die restlichen mussten über schmale Treppen erklommen werden.

Oben angekommen hatte man einen schönen Ausblick über Leipzig – bei klarem Wetter wäre er sicher noch beeindruckender gewesen als an diesem Tag.

Nach dem Besuch des Denkmals ging es noch in das Museum zur Ausstellung über Napoleon. Das war wirklich interessant, vor allem durch die ausgestellten Uniformen und Waffen. Einige Schlachtfelder wurden außerdem mit Miniaturbauten und Zinnfiguren dargestellt.


Nach rund zwei Stunden hatten wir genügend gesehen und suchten uns eine kleine Stärkung zum Mittag. Die gewählte Bockwurst und die Wiener waren leider nicht besonders schmackhaft – schade.
Anschließend ging es weiter zur Titanic-Ausstellung. Mit dem Wohnmobil brauchten wir etwa eine halbe Stunde durch die Stadt. Vor Ort gab es einen großen, kostenlosen Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile problemlos Platz fanden.
Unser gebuchtes Zeitfenster für die Ausstellung begann erst um 14:00 Uhr, sodass wir noch etwas Zeit hatten. In der Umgebung gab es allerdings nicht viel zu erkunden, also machten wir uns einen Kaffee und schmökerten ein wenig in unserer Reiselektüre.

Wir hatten einen guten Blick auf die Warteschlange vor der Ausstellung und dachten, wir könnten unser Anstellen gut timen. Aber weit gefehlt: Nur weil man durch die Eingangstür war, hatte man noch lange keinen Zutritt zur eigentlichen Ausstellung. Im Eingangsbereich ging es in Schlangenlinien weiter bis zur Kartenkontrolle und zu einem Foto vor einem Greenscreen. Am Ende der Ausstellung hätte man sich dann einen passenden Hintergrund aussuchen können. Da wussten wir allerdings noch nicht, dass das ebenfalls extra kosten würde.


Die Ausstellung selbst war sehr anschaulich und informativ gestaltet. Es gab viel zu sehen und noch mehr zu lesen. Besonders beeindruckt hat mich die Ausstattung der Räume – so viel Prunk an Bord eines Schiffes.


In einem großen Raum wurden mit Projektionen und Soundeffekten die Augenblicke des Untergangs sehr eindrucksvoll erlebbar gemacht. Es ist schon erschreckend, wie viele Menschen durch menschliches Versagen ums Leben kamen.
Diese Ausstellung können wir auf jeden Fall empfehlen – unabhängig vom Eintrittspreis und den möglichen Zusatzkosten für eine Reality Tour (6 Euro) oder den Fotokauf am Ende (8 Euro für das erste Bild, 6 Euro für das zweite). Aber solche Ausstellungen haben eben ihren Preis.
Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zum Wohnmobilstellplatz. Den hatte ich vorsichtshalber reserviert, weil ja gerade Buchmesse in Leipzig war. Den Stellplatz fanden wir ohne Probleme, auch wenn die Rezeption leider nicht mehr besetzt war. Dank der vielen Hinweisschilder am Fenster war aber alles selbsterklärend: Platz suchen, Wohnmobil abstellen, Gebühr per PayPal überweisen – und schon ging es weiter in die Leipziger Innenstadt.


Fußläufig vom Stellplatz entfernt lag direkt eine Straßenbahnhaltestelle, von der aus wir bis zum Hauptbahnhof fuhren. Von dort liefen wir einfach den Menschenmassen hinterher. Leipzig hat noch sehr viel alte Bausubstanz und ist optisch überhaupt nicht mit Magdeburg zu vergleichen.

Nach der fünften oder sechsten Einkaufsstraße wurde es Zeit fürs Abendessen. Eigentlich hatten wir uns auf Nudeln geeinigt und wollten es in einem Katzencafé versuchen. Dort waren allerdings kaum Katzen, dafür umso mehr Menschen. Also fiel unsere Wahl doch auf etwas Herzhaftes im Augustiner. Auch dort war es sehr voll, aber wir bekamen immerhin noch für 90 Minuten einen Tisch. Für mich gab es Leberkäse mit Bratkartoffeln, für Saskia die Ochsenbäckchen – beides sehr lecker.

Da es leider anfing zu regnen, fiel unser weiterer Stadtbummel kürzer aus als geplant und wir machten uns wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof. Den schauten wir uns aber noch genauer an, schließlich waren wir dort im Trockenen. Was dort los war und wie viele Geschäfte und Restaurants es hier gab – wirklich Wahnsinn. In einen Laden mit Ostprodukten mussten wir natürlich noch hinein und entdeckten allerlei Dinge aus unserer Jugend. Bei ein, zwei Sachen konnten wir dann auch nicht widerstehen.
Mit der Straßenbahn ging es zurück zum Wohnmobilstellplatz. Dort ließen wir den Abend ganz gemütlich mit einer Flasche Weißwein und den gekauften original Leipziger Lerchen ausklingen.

Am nächsten Morgen ging es nach einer angenehm ruhigen Nacht und einem entspannten Frühstück wieder nach Hause.
Mal sehen, wohin uns der nächste Städtetrip führt.
🚐: Wohnmobil + Wohnwagen Stellplatz – Leipzig Zentrum und Zoo, Haferkornstraße 3, 04129 Leipzig, Strom, Toiletten, Duschen, W-LAN, Ver- und Entsorgung
💶: pro Nacht 27- € (2 Erw. + Wohnmobil), Strom nach Verbrauch

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