Wohin an Ostern? Diese Frage kam wie jedes Jahr kurz vor den Ferien auf. Wir wollten keinen halben Urlaub auf der Autobahn verbringen, aber trotzdem etwas Neues sehen. Dank eines Reiseführers zum Thema „Stellplätze – Burgen & Schlösser“, den meine Frau besorgt hatte, war schnell klar: Wir bleiben in Norddeutschland und kombinieren Sightseeing mit Camping. Unsere Tochter ist ohnehin begeistert von alten Gemäuern und Prunkbauten – perfekte Kombi.
1. Station: Dömitz – Festung und Hafenidylle

Unser erster Halt war Dömitz. Den Stellplatz direkt am Hafen an der Müritz-Elde-Wasserstraße konnten wir vorab reservieren – Glück gehabt. Jeder Platz hatte Blick aufs Wasser. Die Ausstattung war top: Strom, Ver- und Entsorgung, Sanitäranlagen. Anmeldung lief über ein Hotel im alten Hafenspeicher, dort konnte man auch Brötchen bestellen.
Wir blieben zwei Nächte, erkundeten die Kleinstadt und natürlich die fünfeckige Festung Dömitz. Sie stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt heute ein Heimatmuseum mit Infos zur Geschichte und zur Zeit der innerdeutschen Grenze.

Der Ort selbst wirkt etwas vergessen – viel Leerstand, wenig Leben. Schade eigentlich.
🚐: Hotel Hafen Dömitz, Hafenplatz 3, 19303 Dömitz
💶: 21,- Euro pro Nacht, inkl. Strom
2. Station: Ludwigslust – Schloss trifft Gartenausstellung

Nach nur 35 km waren wir in Ludwigslust. Stellplatz auf dem Parkplatz Friedrich-Naumann-Allee – wieder Glück gehabt. Gut ausgestattet und nur 5 Gehminuten vom Schloss entfernt.
Dort fand gerade eine Gartenausstellung statt. Viel Trubel, was für unsere Tochter eher anstrengend war. Im Schloss selbst war es ruhiger, man konnte den Prunk in Ruhe genießen. Abends machten wir noch einen Rundgang durch den riesigen Schlosspark – beeindruckend, was Herzog Friedrich da auf die Beine gestellt hat.

🚐: Parkplatz Friedrich-Naumann-Allee, Friedrich-Naumann-Allee 26, 19288 Ludwigslust
💶: 12,- Euro die Nacht, Strom extra
3. Station: Spontan nach Wismar – Fischbrötchen statt Museum

Eigentlich war Schwerin geplant. Dann fiel uns ein: Montags sind Museen dicht. Plan B: Wismar. Lust auf Fischbrötchen war auch da. Der Stellplatz am Schiffbauerdamm bot Platz für 95 Mobile, gute Ausstattung mit allem drum und dran. Bezahlt wurde bequem per Automatenkarte.
In Wismar ließen wir uns treiben: Altstadt erkunden, hier ein Fischbrötchen, da ein Eis – mehr brauchte es nicht. Abends wurde wieder selbst gekocht.
🚐: Schiffbauerdamm, Schiffbauerdamm 12, 23966 Wismar
💶: 15,- Euro pro Nacht, Strom extra
4. Station: Schwerin – Schöner Blick, teurer Platz

Nächster Halt: Schwerin. Der Stellplatz Jägerweg liegt zwar ideal – mit direktem Schlossblick – aber der Preis: 30 € pro Nacht, ohne Strom oder Service. Unser Fazit: Abzocke. Da kann sich Schwerin von Ludwigslust eine Scheibe abschneiden.
Trotzdem lohnte sich der Besuch. Das Schloss ist ein echtes Highlight. Auch die Altstadt bietet ein paar nette Ecken. Am Abend machten wir eine kleine Fototour, Schloss bei Nacht – definitiv sehenswert.
🚐: Parkplatz Jägerweg, Jägerweg/Bertha-Klingberg-Platz, 19053 Schwerin
💶: 30,- Euro pro Nacht, Strom extra
5. Station: Hitzacker – mehr Schein als Sein

Hitzacker hatte ein anderer Reiseführer empfohlen. Die Altstadt sollte charmant sein. Der kostenlose Stellplatz lag am Stadtrand, fußläufig zur Innenstadt. Der Platz selbst war eher trist – eher Dauerparker als Urlauber. Ausstattung minimal: nur Entsorgung und Wasser.
Die Altstadt war klein und schnell erkundet. Reichte für uns nicht für eine Übernachtung – also direkt weiter.
6. Station: Tangermünde – Altstadt mit Charme

In Tangermünde waren wir schon mal, und es war wieder eine gute Entscheidung. Der Stellplatz ist einfach, aber zweckmäßig: Strom, Ver- und Entsorgung, Schrankenanlage, Automat. Toiletten und Duschen sind im Bau.
Die Stadt hat eine sehenswerte Altstadt mit kleinen Läden. Über den Hafen ging es entlang der Stadtmauer ins Zentrum. Abends reservierten wir einen Tisch im Restaurant „Alte Schule“ – ein Erlebnis, vor allem für unsere Tochter.
Wir blieben zwei Nächte und machten uns dann gemütlich auf den Heimweg.
🚐: Wohnmobilstellplatz Tangermünde, Klosterberg 9, 39590 Tangermünde
💶: 15,- Euro pro Nacht, Strom extra
Fazit:
Ein gelungener Kurzurlaub – ohne lange Anfahrt, mit vielen schönen Eindrücken. Es muss nicht immer weit weg gehen, auch Deutschland hat kulturell und landschaftlich einiges zu bieten. Wer mit dem Camper unterwegs ist, findet genug Stellplätze mit guter Infrastruktur – man muss nur ein bisschen flexibel bleiben.

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