Anfang Oktober ging es für uns auf eine mehrtägige Fahrradtour – vier Etappen voller Natur, Begegnungen, Wetterkapriolen und schöner Rastplätze. Startpunkt: Magdeburg. Ziel: Raus, erleben, genießen.
🗓 1. Etappe: Magdeburg → Parey
Am Donnerstagnachmittag starteten wir an der Brücke im Herrenkrug. Früher ging es nicht, da mein Begleiter noch arbeiten musste. Unser erstes Etappenziel war der Wassersportclub Parey, der uns nach kurzer Anfrage freundlich einen Platz für unsere beiden kleinen Zelte zur Verfügung stellte – obwohl er eigentlich Wassersportlern vorbehalten ist.
Die Strecke führte zunächst entlang der Elbe über Alt Lostau bis Hohenwarthe, dann weiter am Mittellandkanal entlang zur Niegripper Schleuse. Über Niegripp, Schartau (mit einer kleinen Umleitung über Burg), Parchau und zurück an die Elbe erreichten wir Parey.
Landschaftlich: flach, viele Wiesen, Äcker und Wälder. In Niegripp gab’s die erste Kaffeepause mit Kuchen. Kurz vor Parey pflückten wir frische Äpfel von einer Streuobstwiese – perfekter Snack.
Am Wassersportclub wurden wir herzlich empfangen: Wiese, Trinkwasser, Toilette, Dusche, Stromanschluss – alles unkompliziert. Der Club liegt idyllisch am Kühns Loch, einem Seitenarm des Pareyer Verbindungskanals. Mit Sonnenuntergang kam die Kälte, also ab in den Schlafsack. Die Nacht brachte –1 °C, aber der neue Schlafsack hielt warm.



🚐: Wassersportverein Parey/Elbe e.V.
💶: pro Zelt 2,- €, pro Person 4,- €, Toilette, Dusche und Strom vorhanden
🌞 2. Etappe: Parey → Lehnin
Der Morgen begann frostig. Wir trockneten die Zelte in der Sonne, frühstückten Müsli und heißen Kaffee – nach der kalten Nacht ein Genuss. Danach starteten wir entlang des Elbe-Havel-Kanals, über Genthin, Kirchmöser und Brandenburg bis zum Strandbad Lehnin.
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: 15 °C und Sonne. Die Radwege waren gut ausgebaut, inklusive einer kleinen Fährüberfahrt in Neuendorf. Das letzte Stück führte durch den Wald am Klostersee.
Am Strandbad Lehnin hatten wir uns angemeldet und erhielten per Telefon einen Zugangscode. Wir entschieden uns für einen Platz unter einem Pavillon – laut Wetterbericht sollte es am nächsten Morgen regnen. So blieben Zelte und Gepäck trocken.
Nach der Ankunft gönnten wir uns kalte Getränke (gekauft an einer Tankstelle – Feiertag!) auf Sonnenliegen am Wasser. Zum Abendbrot gab’s einfache Fertiggerichte, dann ging’s früh schlafen.


🚐: Strandbad Lehnin, Hafen Nahmitz, Dorfstr. 62a, 14797 Kloster Lehnin
💶: pro Zelt 5,- €, pro Person 6,- €, Toilette, Duschen, Strom und W-LAN vorhanden – gegen 3,- € pro Tag
🌧 3. Etappe: Lehnin → Hoher Fläming
Der Tag begann vielversprechend mit Sonnenaufgang – doch kaum war alles gepackt, setzte der Regen ein. Also Regensachen an und los.
Warum der Hohe Fläming so heißt, wurde schnell klar: lange Anstiege um 6 %, kombiniert mit Dauerregen und Gegenwind. Das ging in die Beine. Ein besonderes Highlight: der Mittelpunkt der ehemaligen DDR, mitten im Wald – ein unerwarteter Zwischenstopp.
Danach führte die Strecke über Bad Belzig und Berholz zum Naturcampingplatz Hoher Fläming. Einen regengeschützten Platz fanden wir nicht – stattdessen stellten wir die Zelte unter einer großen Eiche auf.
Dann kam Hilfe: Drei Mädels, gerade vom Pilzesammeln, boten uns an, auf ihrer Bungalow-Terrasse im Trockenen zu kochen. Ein super Abend mit Lagerfeuer, 80er-Musikquiz und Gelächter.
Danke an die Damen mit dem Motto WWW – Weiber, Wein und Wochenende!



🚐: Naturcampingplatz Hoher Fläming, Bergstraße 24a, 14823 Rabenstein/Fläming OT Rädigke
💶: pro Zelt 7,- €, pro Person 9,- €, Strom extra, Dusche, Toilette und Gemeinschaftsküche, W-LAN vorhanden
🐺 4. Etappe: Hoher Fläming → Magdeburg
Nach drei Tagen auf dem Rad und Regen in der Nacht fiel das Aufstehen schwer. Aber: packen, frühstücken, los. Die Strecke führte über Medewitz und Reuden/Anhalt auf schönen Waldwegen.
Kurz vor Lehnsdorf dann das Highlight: Ein Wolf kreuzte unseren Weg 🐺
Ich hatte die ganze Tour darauf gehofft – die zahlreichen Hinweisschilder hatten es angekündigt. Ein unvergesslicher Moment.
Danach ging es über Nedlitz Richtung Loburg. 15 km Landstraße mit Gegenwind machten meinem Knie zu schaffen. In Loburg stieg ich in den Bus bis Königsborn; das letzte Stück fuhr ich wieder mit dem Rad bis Magdeburg. Mein Begleiter fuhr die letzten 25 km tapfer durch. Respekt.

📝 Fazit: Vier Etappen, viele Eindrücke
Vier Tage, rund 250 km, wechselhaftes Wetter, aber großartige Erlebnisse:
- ✅ Natur pur entlang von Elbe, Havel und durch den Fläming
- ✅ Gute Radwege, landschaftlich abwechslungsreich
- ✅ Tolle Begegnungen & spontane Hilfsbereitschaft
- ✅ Unvergesslich: Wolf-Sichtung im Wald
👉 Erkenntnis fürs nächste Mal: Gewicht reduzieren, Steigungen + Gegenwind verzeihen keine Extras.
Ein großes Dankeschön an Steven für die hervorragende Reiseplanung!
📌 Reisetipps für ähnliche Touren
- Guter Schlafsack lohnt sich – gerade im Oktober
- Regenausrüstung ist Pflicht, auch wenn es morgens sonnig aussieht
- Pavillons oder Unterstände für Zelte einplanen
- Kleine Fähren & Umleitungen können Überraschungen sein – positiv wie negativ

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