Inhaltsverzeichnis:
1. Tag – Magdeburg nach Waren an der Müritz
2. Tag – Von Waren nach Stettin
3. Tag – Weiterreise nach Marienburg
4. Tag – Von Marienburg nach Danzig
5. Tag – Ausruhen und den Ausblick genießen
6. Tag – Es geht nach Kolberg
7. Tag – Von Kolberg nach Koserow
8. Tag – Von Koserow nach Zierow
9. Tag – Heute wird nicht gefahren
10. Tag – Es geht nach Hause
1. Tag – Magdeburg nach Waren an der Müritz 🔝
Endlich Ferien! Am letzten Schultag vor den Oktoberferien startete unsere Tour nach Polen – geplant waren Stopps in Stettin, Marienburg, Danzig und entlang der polnischen Ostsee zurück.
Damit die erste Etappe nicht zu lang wurde, haben wir eine Zwischenstation in Waren (Müritz) eingelegt, auf dem Campingplatz Kamerun. Die Stellplätze waren kaum belegt, also suchten wir uns in Ruhe einen schönen Platz aus, meldeten uns an der Rezeption an und schlossen unser WoMo an den Landstrom an.

Danach folgte ein kleiner Spaziergang über den Platz bis hinunter ans Wasser. Einfach herrlich – dieses Gefühl, entspannt am Ufer zu sitzen und zu wissen, dass morgen keine Arbeit wartet!

Zum Abendessen gab’s etwas Leckeres aus dem Omnia-Backofen: Gemüse mit Feta und Oliven – einfach, aber richtig gut. Danach ging’s früh ins Bett, denn draußen wurde es schnell ungemütlich und kühl.

🚐: Camping- und Wohnmobilpark Kamerun Neumann/Thomä OHG, Zur Stillen Bucht 3, 17192 Waren (Müritz)
💶: 1 WoMo, 2 Erwachsene, 1 Kind, Strom nach Verbrauch, pro Nacht 45,- €
2. Tag – Von Waren nach Stettin 🔝
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es weiter Richtung Stettin. Laut Navi sollten es etwa zweieinhalb Stunden bis in die Innenstadt sein. Einen passenden Parkplatz hatten wir uns schon im Vorfeld im Internet herausgesucht – wichtig war, dass dort auch Wohnmobile erlaubt sind.
Ein bisschen Kopfzerbrechen bereitete uns der Grenzübertritt. Im Internet kursierten Berichte über verschärfte Kontrollen und lange Wartezeiten. Aber wie so oft: umsonst Sorgen gemacht. Wir wurden einfach durchgewunken – nur die LKWs mussten anhalten.
Die Fahrt selbst war angenehm: gut ausgebaute Autobahnen, wenig Verkehr und entspanntes Cruisen mit Tempomat. In Stettin angekommen, fanden wir den ausgesuchten Parkplatz sofort – und sogar eine Lücke, die perfekt zu unserem WoMo passte. Direkt gegenüber lag ein gemütlicher Pub, und so nutzten wir die Gelegenheit gleich für ein Mittagessen. Das Essen war lecker, preislich aber kaum günstiger als zu Hause – typisch Touristenlage. Auch beim Spritpreis war der Unterschied minimal. Für den reinen Tankvorteil lohnt sich die Grenzfahrt wohl eher nicht.

Gestärkt machten wir uns auf den Weg in die Altstadt. So richtig viel gibt es dort allerdings nicht zu sehen: ein paar Kirchen, die Hakenterrasse (wo wir geparkt hatten) und das Schloss der Pommerschen Herzöge.


Aus reiner Neugier habe ich dann noch spontan gegoogelt, ob es in Stettin ein Katzen-Café gibt – ein langgehegter Wunsch unserer Kleinen (und, ehrlich gesagt, auch meiner). Und tatsächlich: gleich zwei Stück! Eines davon nur zwölf Minuten Fußweg entfernt. Also auf ging’s! Nach ein paar Straßenüberquerungen standen wir davor – und Mia merkte erst, wo wir sind, als wir schon drinnen saßen. 🐾 Leider gibt’s dort keine Katze „pro Gast“, man muss warten, bis sich eine Samtpfote herablässt, Besuch zu empfangen. Eine lustige und entspannte Erfahrung!


Danach schlenderten wir noch durch ein großes Einkaufszentrum, wo gerade eine Tanzshow stattfand. Nach dem Trubel ging es zurück zum WoMo – und glücklicherweise stand es noch genau dort, wo wir es abgestellt hatten. 😅 Ich muss zugeben, ein bisschen Sorge hatte ich schon – wohl eher unbegründete Vorurteile.
Von dort aus fuhren wir weiter in Richtung Marienburg (Malbork). Ziel war es, noch etwa die Hälfte der Strecke hinter uns zu bringen, um am nächsten Tag nicht zu viel fahren zu müssen. Über Park4Night hatten wir uns einen Campingplatz herausgesucht, der angeblich ganzjährig geöffnet war – angeblich, denn vor Ort gab es ihn schlicht nicht mehr.
Die nächste Option musste laut Beschreibung bis 18 Uhr angefahren werden oder man sollte telefonisch anrufen, wenn das Tor geschlossen ist. Nun ja – das Tor war zu, und die angegebene Telefonnummer existierte nicht. Also weiter.
Mittlerweile war es dunkel, und unsere Geduld am Ende. Der nächste Stellplatz sollte an einem See liegen, Platz für fünf Wohnmobile bieten – aber dort stand jetzt ein Haus mit Zaun, keine Spur vom Stellplatz. Egal, wir hatten genug für heute. Also stellten wir uns einfach an den Wegesrand gegenüber, machten es uns halbwegs gemütlich und hofften auf eine ruhige Nacht.

Bis auf einen Rallyefahrer und ein Partyauto blieb es ruhig – aber so richtig erholsam schläft man eben nicht, wenn man frei steht in einer fremden Gegend.
🚐: Straßenrand im Wald
💶: umsonst
3. Tag – Weiterreise nach Marienburg 🔝
Nach einem kleinen, schnellen Frühstück ging es von unserem unfreiwilligen Stellplatz weiter Richtung Marienburg (Malbork). Die meiste Zeit fuhren wir über gut ausgebaute Landstraßen, ganz entspannt mit Tempomat bei 90 km/h. Da wir am Vortag schon fast die Hälfte der Strecke geschafft hatten, war es heute nur noch ein überschaubarer Weg.

Die Marienburg kann man schon von weitem an ihren markanten Türmen erkennen. Nicht weit davon entfernt steuerten wir einen ganzjährig geöffneten Stellplatz an – mit direktem Blick auf die Burg. Der Platz lag idyllisch an einem kleinen See, in dem man sogar angeln durfte. Jeder konnte sich auf der Wiese seinen Platz selbst aussuchen. Wir stellten das Wohnmobil ab, schlossen den Strom an und machten uns sofort auf den Weg zur Burg.

Der Weg führte über den Fluss Nogat. Die Brücke sah zwar stabil aus, kam in der Mitte aber ordentlich ins Schwingen – ein etwas mulmiges Gefühl. Nachdem wir die Tickets gekauft und den Audio-Guide in Empfang genommen hatten, begann unsere Erkundungstour. Schon vor dem Eingang fällt ein großes Foto auf, das zeigt, wie die Burg 1945 aussah – erschreckend, was der Krieg angerichtet hat.


Mit dem Audioguide wurde man hervorragend durch die verschiedenen Ausstellungen und die eigentliche Burg geführt. Man konnte sogar Räume überspringen, ohne den Faden zu verlieren – der Guide setzte automatisch an der richtigen Stelle wieder ein. Nach vier Stunden waren wir fertig, nicht nur mit der Besichtigung, sondern auch körperlich und mental. Der Magen hing schon in den Kniekehlen.
Auf dem Hinweg hatten wir einen kleinen Imbiss gesehen – den steuerten wir nun gezielt an. Schon am Eingang lockte eine große Pfanne auf der Grillstation: Sauerkraut, Bratkartoffeln und Rippchen – die Entscheidung war klar: von allem etwas! Mia wollte lieber Piroggen mit Spinat und Feta, die allerdings etwas länger dauerten. Kaum hatte sie bei mir „nur mal gekostet“, war auch schon die halbe Portion weg. Verständlich – es war einfach lecker.

Mit vollem Bauch und mehr als zufrieden ging es zurück zum Stellplatz. Dort nutzten wir die Gelegenheit zum Duschen und Entspannen. Viel passierte an diesem Abend nicht mehr – wir spielten noch ein paar Runden zusammen und fielen dann früh ins Bett.
🚐: Camping Marienburg, Walowa, 82-200 Malbork, Poland, Toiletten, Duschen, Ver- und Entsorgung
💶: 1 WoMo, 2 Erwachsene, 1 Kind, Strom pauschal, 1 Nacht, 32,- €
4. Tag – Von Marienburg nach Danzig 🔝
Da es heute nicht mehr weit bis Danzig war, wollten wir die Gelegenheit nutzen und etwas länger schlafen – zumindest war das der Plan. Der Berufsverkehr auf der nahen Straße machte uns allerdings schnell einen Strich durch die Rechnung. Also doch aufstehen, frühstücken, Ver- und Entsorgung erledigen und los nach Danzig.
Einen passenden Parkplatz hatten wir über Park4Night gefunden – gleich neben einer Polizeistation und in Laufnähe zur Altstadt. Das versprach ein gutes Gefühl der Sicherheit fürs Wohnmobil und kurze Wege. Und tatsächlich: Der Parkplatz existierte noch, und wir ergatterten sogar einen freien Platz. Die Altstadt lag nur zwei Brücken weiter – perfekt!


Trotz Nebensaison waren erstaunlich viele Menschen unterwegs. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie voll es hier im Sommer ist. Es reihten sich Restaurants, Cafés und natürlich zahlreiche Bernsteingeschäfte aneinander. Besonders beeindruckend fanden wir, wie gut die alte Architektur erhalten und gepflegt ist. Selbst die Neubauten orientieren sich am historischen Stil – genau richtig, denn so bleibt der charmante Charakter der Altstadt erhalten.


Hier fanden wir auch endlich das schon lange gesuchte polnische Softeis: schön kalt, wunderbar fest in der Konsistenz und richtig lecker! Uns hat Danzig ausgesprochen gut gefallen – wir kommen bestimmt wieder, denn abends ist hier sicher noch einiges mehr los.

Zurück am Wohnmobil – alles noch an seinem Platz, Türen geschlossen, keine bösen Überraschungen – suchten wir die Route zum nächsten Ziel: einem Campingplatz an der Ostsee. Den hatten wir schon im Voraus reserviert, da wir nicht wussten, wie ausgelastet die wenigen ganzjährig geöffneten Plätze sind. Unterwegs hielten wir noch zum Einkaufen und Tanken. Große Preisunterschiede zum deutschen Niveau gab es aber auch hier nicht – vielleicht ein paar Cent, mehr nicht.
Die Fahrt führte durch den Speckgürtel von Danzig, wo uns der Feierabendverkehr ordentlich ausbremste. Doch bald wurde es ruhiger, und wir fuhren durch kleine Dörfer, bis wir schließlich am Campingplatz ankamen. Dort mussten wir erst anrufen, damit jemand die Schranke öffnet. Nach dem Einchecken bezogen wir unseren Stellplatz – erste Reihe, direkter Blick auf die Ostsee. Was sollen wir sagen: traumhaft! Und das Beste – außer uns stand nur noch ein weiteres Wohnmobil auf dem Platz.

Der Blick durch die Frontscheibe aufs Meer war einfach grandios. Nach dem Aufbau und dem Anschließen des Stroms ging es auf eine kleine Erkundungstour. Da der Platz an einer Steilküste liegt, musste man ein Stück laufen, um zum Strand zu gelangen – aber der Weg lohnte sich. Unten angekommen, waren wir fast allein. Der Wind pfiff kräftig, die Wellen rauschten – einfach Ostsee pur!
Zum Abendbrot wurde gekocht, danach spielten wir noch ein paar Runden und genossen den Sonnenuntergang über dem Meer. Da wir morgen einen Pausentag eingeplant hatten, ließen wir es ruhig angehen und gingen erst später ins Bett. Für den nächsten Tag standen nur Entspannen und ein ausgedehnter Strandspaziergang auf dem Plan – vielleicht sogar bis in den Ort hinein.

🚐: Camping Lazurowe, Zeromskiego 168, 83-120 Chlapowo, Poland, Toiletten, Duschen, Ver- und Entsorgung, aber nur Schwarzwasser, W-LAN kostenlos (aber nicht so gut)
💶: 1 WoMo, 2 Erwachsene, 1 Kind, Strom pauschal, 1 Nacht 42,- €
5. Tag – Ausruhen und den Ausblick genießen 🔝
Heute wurde ausgeschlafen – endlich mal kein Zeitplan, kein Ziel, einfach ein Ruhetag. Zum Frühstück gab es heißen Kaffee, goldgelben Toast und Spiegeleier – gleich zwei pro Person, zur Feier des Tages. Währenddessen machte ich mir ein paar Notizen für den Reiseblog, sonst vergisst man ja doch wieder die kleinen Details.

Später gingen Saskia und ich noch eine Runde zum Strand hinunter, Mia hatte keine Lust. Mittlerweile waren wir die Einzigen auf dem Campingplatz – unsere Nachbarn waren abgereist. Am Strand war ebenfalls kaum jemand unterwegs, und das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: blauer Himmel, Sonne und eine frische Brise. Also beschlossen wir, noch bis zum Hafen des Ortes weiterzulaufen.

Dort lagen zahlreiche Fischerboote im Wasser, und die Strand- sowie Verkaufsbuden wirkten, als würden sie Winterschlaf halten.

Der Ort selbst war ruhig – ein paar Ferienhäuser, Hotels und ein kleiner Einkaufsmarkt. Natürlich konnten wir nicht widerstehen und schauten hinein. Besonders die Bäckertheke hatte es uns angetan: jede Menge süße Leckereien! Wir entschieden uns für Milchbrötchen mit Sahnefüllung und ein paar Stücke Kuchen für den Nachmittagskaffee.

Zufrieden und mit vollem Rucksack machten wir uns wieder auf den Rückweg.
Zurück am Wohnmobil gab es ein spätes Mittagessen – ganz bodenständig: „Suppe aus der Dose“. Danach wurde in der Sonne gedöst, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dabei kurz geschnarcht habe.


Am späten Nachmittag überredeten wir Mia noch zu einem kleinen Spaziergang zum Strand, um vor dem Abend noch etwas frische Luft zu schnappen.

Kaum war die Sonne verschwunden, wurde es sofort wieder kühl und feucht.

Also schnell zurück ins warme Wohnmobil, Heizung an, ein wenig lesen und noch ein paar Runden spielen – der perfekte Abschluss für einen gemütlichen Tag.
6. Tag – Es geht nach Kolberg 🔝
Der Morgen begrüßte uns mit Regen – da fiel der Abschied vom Campingplatz und dem schönen Ausblick nicht allzu schwer. Also wurde gefrühstückt, die Toilette entleert und gereinigt, der Strom abgeklemmt – und schon ging es weiter Richtung Kolberg.
Gleich am ersten Supermarkt auf unserer Route füllten wir unsere Vorräte auf und setzten die Fahrt fort.

Heute sollte es etwas weitergehen als sonst, denn wir wollten Kilometer machen, um unseren Plan für das kommende Wochenende umzusetzen: Wir wollten unsere Freunde in Zierow überraschen! Dafür hatte ich am Vortag bereits einen Stellplatz in der Nähe gebucht, und das Ziel war klar – Ankunft am Freitagnachmittag.
Die Fahrt verlief ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Was uns auffiel: In jedem noch so kleinen Dorf gab es mindestens einen Fußgängerüberweg und eine Bushaltestelle – sehr vorbildlich! Kolberg selbst war deutlich größer, und der Verkehr zeigte schnell, dass hier einiges mehr los war.
Unser Campingplatz lag zentral in der Stadt – und war der einzige, der ganzjährig geöffnet hatte. Die Zufahrt war durch eine Schranke gesichert und sogar bewacht, wie wir schon im Internet gelesen hatten.

Die Anmeldung verlief unkompliziert, und zur Erleichterung wurde dort auch Deutsch gesprochen. Wir bekamen einen Stellplatz auf einer Wiese, in angenehmer Nähe zu Toiletten und Duschen.
Wie immer wurde zuerst das Wohnmobil abgestellt, der Strom angeschlossen – und dann stand die wichtigste Frage im Raum: Essen! Die Frauen hatten Hunger und die Stimmung drohte, leicht „divenhaft“ zu werden. Zum Glück fanden wir nicht weit vom Platz ein kleines Restaurant. Die Speisekarte war übersichtlich, aber genau richtig: Es gab Schnitzel und Pierogi. Die Portionen waren riesig – wir schafften es nicht, alles aufzuessen.

Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg Richtung Strand.

Man merkte schnell, dass Kolberg eher ein Reiseziel für die ältere Generation ist: viele Thermen, Kliniken und Hotels. In den Nebenstraßen reihten sich kleine Läden aneinander, die ein wenig an den klassischen „Polenmarkt“-Stil erinnerten – und in jeder zweiten Bude gab es dasselbe Sortiment: natürlich alles Markensachen.

An der Strandpromenade wurden wir wieder fündig: eine Bude mit polnischem Softeis – das durfte natürlich nicht fehlen!

An einem Parfümstand ließen wir uns dann noch zu einem Spontankauf hinreißen. Erst später, beim genaueren Blick auf die Verpackung, mussten wir lachen – sagen wir mal so: Das Parfüm war wohl eher inspirierend ähnlich.

Wir schlenderten noch ein wenig ziellos durch die Straßen und kehrten schließlich zum Campingplatz zurück. Dort nutzten wir die letzten Sonnenstrahlen, setzten uns gemütlich vor das Wohnmobil und tranken Kaffee.

Der Rest des Abends verlief ruhig – ein wenig lesen, ein paar Runden spielen – und der Tag klang entspannt aus.

🚐: CAMPING BALTIC, 78-100 Kołobrzeg , ul. 4 Dywizji Wojska Polskiego 1, Toiletten, Duschen, Abwäsche, W-LAN (kostenlos), Ver- und Entsorgung
💶: 1 WoMo, 2 Erwachsene, 1 Kind, mit Strom pauschal, für eine Nacht 39,65 €
7. Tag – Von Kolberg nach Koserow 🔝
Der Morgen begrüßte uns erneut mit Regen. Die Abfahrt war mittlerweile Routine – jeder wusste genau, was zu tun war. So ging es zügig los, über Landstraßen und Autobahnen Richtung Swinemünde, unserem letzten Stopp in Polen. Gleich hinter der Grenze wartete ein großer Polenmarkt – typisch für die Region. Vorher nutzten wir aber noch die Gelegenheit zum Tanken, denn der Sprit war hier tatsächlich etwas günstiger als an den bisherigen Tankstellen.
Der Grenzübergang selbst verlief völlig unspektakulär: keine Kontrolle, einfach durchfahren – und schon waren wir wieder in Deutschland. Spätestens in Ahlbeck merkte man, dass man zurück war: überall Ampeln! Da könnten wir uns wirklich etwas von Polen abschauen – dort ersetzt ein Kreisverkehr oft gleich mehrere Kreuzungen.
Unser Ziel für den Tag war ein Stellplatz in Koserow.

Es muss ja nicht immer ein Campingplatz sein, und preislich war das Ganze auch deutlich entspannter. Der Stellplatz lag nicht weit vom Strand entfernt, direkt gegenüber befand sich sogar ein Zugang. Die Rezeption öffnete erst wieder um 17 Uhr, also nutzten wir die Zeit und machten uns auf den Weg zum Strand und weiter in den Ort.

Koserow hat tatsächlich einiges zu bieten – unter anderem einen Karls Erdbeerhof und ein Kaufhaus Stolz.

Wir lieben das Kaufhaus Stolz und schauen eigentlich immer rein, wenn wir an der Ostsee sind. Man sagt ja: Wer dort hineingeht, kauft auch etwas. Nun, dieses Mal nicht – es gab einfach nichts, was uns gefiel oder was wir gebraucht hätten. Aber das Stöbern allein machte schon Spaß.
Auf dem Rückweg gönnten wir uns noch ein frisches Fischbrötchen – einfach lecker!

Zurück am Stellplatz ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Morgen sollte es dann weitergehen nach Zierow, wo wir unsere Freunde überraschen wollten.
🚐: Wohnmobilstellplatz Autokino Koserow, Alte B111 Nr. 1, 17459 Koserow, Toiletten und Duschen gegen Bezahlung, Ver- und Entsorgung, nur Schwarzwasser
💶: 1 WoMo, 2 Erwachsene, 1 Kind, Strom pauschal, 1 Nacht 20,50 €
8. Tag – Von Koserow nach Zierow 🔝
Da die Anfahrt nach Zierow nicht mehr weit war, konnten wir den Tag entspannt beginnen. Wir hatten am Vortag Brötchen zum Frühstück bestellt, die aber erst ab 9 Uhr abgeholt werden konnten – also endlich einmal ausschlafen! Nach einem leckeren Frühstück mit frischen Brötchen machten wir uns auf den Weg Richtung Ziel.

Auf dem Campingplatz in Zierow war der Check-in ab 12 Uhr möglich, und wir nutzten den frühen Nachmittag, um gemütlich zu duschen und den Platz zu erkunden.

Der Campingplatz war schön angelegt und hatte sogar ein kleines Restaurant, in dem wir uns ein leichtes Mittagessen gönnten.

Am Strand fiel uns ein Plakat ins Auge: „Kartoffelfeuer – heute Abend mit Livemusik, Getränken und Wurst vom Grill“.

Na, das klang doch nach einem guten Abendprogramm! Da das Wetter eher bescheiden war und es recht frisch blieb, entschieden wir uns am Nachmittag gegen Kaffee und für etwas Wärmenderes – eine Flasche Glühwein wurde geöffnet, und die Tassen dampften bald gemütlich im Wohnmobil.

Gegen 18:30 Uhr kamen unsere Freunde am Platz an – die Überraschung war gelungen! Die Freude über das Wiedersehen war groß. Nachdem das Wohnmobil unserer Freunde eingeparkt war, machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Strand. Schon von weitem hörte man die Musik und roch den Grill.
Zuerst wurden die Getränke organisiert: Kinderpunsch für die Kleinen, Glühwein für die Damen und ein kühles Bier für die Herren der Schöpfung. Die Stimmung war gut, auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielte. Der Regen wurde stärker, aber die beiden Musiker gaben alles – und das Publikum dankte es ihnen mit Applaus und tapferem Durchhalten bei Wind und Nässe.

Für die Kinder konnten wir einen Strandkorb ergattern, sodass sie etwas vor dem Wind geschützt waren. Nach ein paar Liedern zogen sich die Frauen und Kinder in die warmen Wohnmobile zurück, während die Herren noch etwas ausharrten – und natürlich kräftig mitsangen.

Doch irgendwann wurde auch uns kalt, und so beschlossen wir, das Becherpfand sinnvoll zu investieren: in einen kleinen Abschlussschnaps.
🚐: Ostseecamping Ferienpark Zierow, Strandstraße 19 c, 23968 Zierow, Toiletten, Duschen, Shop, kleines Schwimmbad, Eisbahn, Restaurant, Ver- und Entsorgung,
💶: 1 WoMo, 2 Erwachsene, 1 Kind, Strom pauschal, 1 Nacht 45, 25 €
9. Tag – Heute wird nicht gefahren 🔝
Heute wurde ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt – mit frischen Croissants und warmen Brötchen.
Der Campingplatz hatte einen kleinen Shop mit allem, was das Camperherz begehrt. Nach dem Frühstück machten wir mit unseren Freunden und deren Hunden einen schönen Spaziergang am Strand.

Hier in Zierow zeigte sich die Ostsee wieder von einer ganz anderen Seite als in Ahlbeck oder Heringsdorf – ruhiger, wilder und irgendwie ursprünglicher.

Wir versuchten unser Glück bei der Bernsteinsuche. Einige verdächtige Steine wanderten in die Taschen – am Abend sollte sich zeigen, ob sich darunter ein echter Schatz befand. Basti, unser Freund, hatte nämlich eine UV-Lampe dabei.

Während wir suchten, tobten die Hunde ausgelassen im Wasser. Wir genossen die Sonne, den Wind und einfach das Dasein. Auf dem Rückweg hielten wir an einer kleinen Bude, die gerade öffnete, und gönnten uns heißen Punsch und frische Fischbrötchen. Mia bekam eine Waffel am Stiel – perfekt!
Nach einer kleinen Mittagsruhe trafen wir uns später im Kinderbereich des Platzes zum Kartenspielen. Dort konnte man gemütlich sitzen und Kaffee trinken – ein richtig schöner, entspannter Nachmittag. Zum Abend hatten wir einen Tisch im kleinen Restaurant reserviert: Die Frauen entschieden sich für Backfisch, die Männer für Schnitzel und die Kinder für Nudeln. So war jeder zufrieden.
Nach dem Essen wollten wir noch einmal auf Bernsteinsuche gehen – diesmal im Dunkeln mit der UV-Lampe. Zuerst testeten wir die Funde vom Vormittag. Und tatsächlich: Einer davon war echt! Nicht schlecht – jetzt nur gut aufheben und nach dem Urlaub auch wiederfinden.
Am Strand war die Suche dann weniger erfolgreich. Zu viele Algen lagen herum, und alles durchzuwühlen, war uns zu mühsam. Dafür entdeckten wir etwas viel Beeindruckenderes: einen unglaublich klaren Sternenhimmel. So viele Sterne – einfach atemberaubend.

Dann fiel uns auf, dass auf Lindas Fotos ein grüner Streifen am Horizont zu sehen war. Sollte das wirklich …? Also zückten wir alle unsere Handys – und tatsächlich: Polarlichter!

Der grüne Streifen wurde immer intensiver. Das war das erste Mal, dass ich Polarlichter mit eigenen Augen gesehen habe – ein absolut magischer Moment.
Zurück am Wohnmobil machten wir noch ein paar Fotos mit unseren Fahrzeugen im Vordergrund und dem Polarlicht am Himmel. Linda brachte heißen Glühwein, und wir standen noch lange am Zaun, staunend und still – einfach nur genießen.


Erstaunlich: Die anderen Camper blieben in ihren Wohnmobilen, Wohnwagen oder Vorzelten und bekamen von diesem Naturschauspiel gar nichts mit. Schade – denn das war wirklich ein Moment, den man nie vergisst.
10. Tag – Es geht nach Hause 🔝
Heute stand die Heimreise an. Der letzte saubere Schlüpfer wurde angezogen – ein sicheres Zeichen, dass der Urlaub wirklich endet.

Ich holte noch einmal frische Brötchen zum Frühstück und Butterbrezeln für die Fahrt. Danach packten wir unsere Sachen zusammen und verstauten alles in Einkaufstaschen – das erleichtert zu Hause das Ausräumen enorm.
Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden, die noch etwas bleiben und mit den Hunden an den Strand wollten. Bevor es losging, machten wir noch die Ver- und Entsorgung – so war das Wohnmobil schon startklar und sauber.
Die Rückfahrt verlief unspektakulär, größtenteils über die noch nicht fertiggestellte A14. Dabei mussten wir unweigerlich an Polen denken – dort wurde an den Straßenbaustellen deutlich schneller gearbeitet. Und so gingen acht Tage Urlaub viel zu schnell vorbei – ohne An- und Abfahrt gerechnet.
Unser Fazit
Wir kommen auf jeden Fall wieder und wollen Polen noch etwas genauer erkunden. Beim nächsten Mal allerdings nicht so spät im Jahr – dann hat man mehr Auswahl bei Übernachtungsmöglichkeiten und kann die Route flexibler gestalten. Danzig steht definitiv wieder auf der Liste, denn wir möchten unbedingt erleben, wie die Stadt am Abend pulsiert.
Jetzt heißt es aber erst einmal wieder: arbeiten. Schließlich kostet Urlaub Geld – und das wächst bekanntlich nicht auf den Bäumen, auch wenn im Herbst das Laub reichlich fällt. Und Urlaubstage braucht man ja ebenfalls … verflixt, so viele Hürden, um ein glücklicher Camper zu sein!
Wir hoffen, euch haben unsere Reiseberichte gefallen und dass sie Lust machen, einige der Orte selbst einmal zu besuchen. Der nächste Urlaub kommt bestimmt – und wenn es nur ein verlängertes Wochenende ist.
…

Schreibe einen Kommentar